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Optisch betrachtet ist sie das originalgetreue transparent wirkende geistige Ebenbild einer je individuellen Person

 

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seele.zip

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               Definition der Seele
                            Entwicklungsgeschichte der Seele 
                                                Wahrheit und Wirklichkeit der Seele 
                                                                      Verhältnis der Seele zu Geist und Gott
                                                                                                Funktion und Aufgabe der Seele
                                                                                                                             Bedeutung der Seele in der Bibel

                                                                                                                                                 

 

 

Definition der Seele   ^

 

Seele ( griech. psyche, lat. anima, hebr. ruach, das deutsche Wort vielleicht vom germanischen "saiwolo" = von dem ewigen See herkommende, auch entsprechend dem engl. soul )

Schlägt man des Weiteren den Begriff im Wörterbuch nach, so wird dort die Seele zum einen als das Gemüt sowie zum anderen als das Unsterbliche erklärt. Das Gemüt, das man besser direkt so und nicht als Seele benennen sollte, taugt hier deshalb nicht für eine Begriffserklärung. Zutreffend ist sicherlich "das Unsterbliche", das uns bestenfalls nur eine Ahnung vermittelt, dass es sich dabei um etwas handeln muss, das eigentlich nicht zu erklären ist, weil wir ja immer nur die raumzeitlich eingegrenzte Welt in ihrer Vergänglichkeit als Sterblichkeit kennen. Unsterblichem Leben begegnet man gewöhnlich in der alles dahinraffenden Zeit nicht, sodass man sich dann ebenso gewöhnlich davon auch keine Vorstellung machen kann.

In der Psychologie begreift man die menschliche Seele vollkommen zurecht als geistige Person, insofern sich dies ohne weiteres mit der Wirklichkeit zur Deckung bringen lässt. Die Person wiederum ist ein um sich selbst bewusstes Wesen, was bedeutet, dass es sich selbst denken und sprechen kann. Von daher kommt allein dem Menschen mit seinem Ich-Bewusstsein zu einer individuellen Person eine derartige Seele zu. Dadurch nun, dass Geist nicht den Gesetzen von Zeit und Raum mit all seiner Vergänglichkeit unterliegt, kann die Seele als geistige Person auch nicht sterblich sein. Durchaus vergleichbar beispielsweise mit einem Speicher- oder auch Backup-Programm, welches weder vergeht noch stirbt. Vergänglich ist ja immer nur der raumzeitliche Datenträger, doch niemals die Informationen bzw. das Programm und die von ihm gespeicherten Daten, die nach Bedarf immer wieder auf neue Medien und Speicher übertragen werden können. An dieser Stelle sind wir bei dem mechanischen Prinzip als einem Grundsatz oder auch einer Gesetzmäßigkeit angelangt, was zugleich auch der Seele anhaftet, insoweit wir sie in ihrer Speicherfunktion als unser ureigenstes Lebens- oder Seinsprinzip zu verstehen haben.

Doch ist auch das schon wieder für sich selbst erklärungsbedürftig. Sehr vereinfacht gesagt sind wir das, was wir in unserer nur kurzen Lebensspanne aus uns und unserem Leben machen. Das heißt, wir können uns während unserer äußerst knapp bemessenen Lebenszeit zu etwas Bestimmtem formen, was wir vorher nicht waren, indem wir z.B. geistseelisch über uns selbst hinauswachsen. Denn als selbstbestimmte Ich-Wesen vermögen wir ja unserem Leben eine bevorzugte Richtung und einen erwählten Sinn zu geben. Dabei können wir nach Höherem streben, sowie hierfür sogar einen richtenden Stand gegen uns selbst einnehmen, um uns dabei als Individuum nach eigenem Wunsch und Willen umzugestalten. Aus der bloßen Anlage eines einfachen Basistyps wurde sozusagen am Ende ein Komfortmodell mit Gütesiegel. Höchstes erreichbares Ziel ist die Selbsthingabe an das All, womit man in den Urgrund des Universums eintaucht, und sich in ihm spiegelnd kosmische Dimension erlangt. Dann vergegenständlicht die Seele die komplette Lebensspanne zu einer sich mit dem Universum deckenden vollendeten geistigen Person. Solange aber die Person in ihrer geistseelischen Anlage verharrend nichts aus sich macht, und damit ihr anlagegemäß erreichbares Ziel verfehlt, vergegenständlicht deren Seele als ein gewissermaßen in sich selbst steckengebliebener Lebenslauf eine entsprechend unvollendet gebliebene Person.

Zusammenfassend definiert sich die Seele als eine Verkörperung der vollständig gelebten Lebensspanne zu einer von Geburt bis Tod alles beinhaltenden unsterblichen Wesensgestalt. Allerdings abhängig davon sowie gekennzeichnet dadurch, was das jeweilige Individuum in seiner Eigenschaft als eine in Raum und Zeit wandelbare Person - für sein entsprechend relatives Bewusstsein von sich selbst - darin verwirklichen konnte. Das kann je nachdem die komplette Bandbreite umfangend sowohl Himmel als auch Hölle sein, insoweit die Seele als eben überzeitliche Wesensgestalt den Blick auf sich selbst für eine schonungslose kritische Selbstbetrachtung freigibt. Wenn dann das Ergebnis nicht positiv ist und zumindest zufrieden stellt, wird bei nicht mehr möglicher Korrektur der Kummer oder aber das Glück zum unabänderlich ewigen Seelenzustand.

Der Unterschied der menschlichen Seele zur ebenfalls aber doch ganz anders beseelten Flora und Fauna besteht in einer alles entscheidenden Verfügungsgewalt des Menschen über sich selbst und auch sein Schicksal, insofern es insbesondere in sehr zahlreichen Fällen darum geht, ein schweres von Leiden und Qualen gekennzeichnetes Dasein meisternd über die Runden zu bringen. Die Relativität gibt hierbei das Maß vor. Das heißt, dass die Aufgabenstellung ausnahmslos direkt an die individuellen Möglichkeiten gekoppelt ist. Doch mehr dazu im letzten Abschnitt über die Funktion und Aufgabe der Seele.

 

 

 

 

Entwicklungsgeschichte der Seele   ^

 

Wann zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ein Hominide die Seele eines anderen Hominiden zu Gesicht bekam, lässt sich naturgemäß nicht bestimmen. Ebenso lässt sich nicht feststellen, ob die frühmenschlich aufgekeimte Idee eines Weiterlebens nach dem Tode auf der Sichtung einer Seele beruht hatte. Wir müssen aber ganz zwingend davon ausgehen, dass die Entwicklungslinie der menschlichen Seele im direkten Gleichklang mit der Entwicklung des Geistes bzw. des Ich-Bewusstseins und seines Gehirns vonstatten gegangen war. In just jenem Moment, in welchem ein früher Mensch wohl zum ersten Mal das Wort "Ich" denken und auch sprechen konnte, dürfte vermutlich die Geburtsstunde der menschlichen Seele anzusiedeln sein. Denn mit dem Ich ist ja zugleich auch das Du verknüpft, was es dem frühen Menschen ermöglichte, jene natürlichen Schranken seines Ichs auf das Du hin zu überwinden. Die Selbstüberwindungsfähigkeit wird somit zum Grundmerkmal menschlicher Seelenqualität, wodurch sich der Mensch von dem Zeitpunkt an von allen sonstigen Naturbeseeltheiten abgesetzt hatte. Die Entstehung von Kultur, Zivilisation sowie auch Spiritualität erfuhr in der geistseelischen Selbstwahrnehmung ihren ersten Auslöser, als ja zum ältesten Kulturgut die zeremonielle Bestattung der Toten gehört.

In der die Evolution antreibenden wechselseitigen Bedingung von Materie und Geist schuf sich der Geist sein Gehirn, und umgekehrt das Gehirn wiederum seinen Geist, weshalb die geistigen Fähigkeiten kritischer Selbstwahrnehmung in das Erbgut eingeflossen und genetisches Programm geworden waren. Die Seele wurde damit auf ganz natürlichem biologischen Wege zum Gemeingut der menschlichen Spezies. Eine bemerkenswerte Besonderheit besteht jedoch darin, dass die Seele erst mit dem allerersten selbstständigen Atemzug des Neugeborenen dann existent werdend in Erscheinung tritt. Vorher war sie ganz einfach nicht vorhanden gewesen, insoweit der vorgeburtliche Fötus noch zum Leib der Mutter gehörte, und die Seele naturgemäß eine Doppel- und Mehrfachbelegung bzw. Überlagerungen nicht zulässt. Der Lebenslauf der Person kann außerdem erst nach der Geburt mit dem ersten selbstständigen Atemzug beginnen, welcher in den ersten Schrei des Neugeborenen mündet. Da ist es dann gewiss kein Zufall, dass sich hier "die Person" vom lateinischen "personare"  (= durchtönen ) herleitet, weshalb zur Existenz der Person zwingend ihre erste Lautäußerung gehört. Wo es diesen ersten Laut nicht gegeben hat, da ist demzufolge auch keine Seele existent geworden, und keinerlei Person hat gelebt. Von daher ist es der Lebenslauf, mit dessen Beginn die Seele erscheint, und mit dessen Ende die Seele ihre individuelle Ausformung erfahren hat.

Insoweit die Schöpfung zu einem Kreis besteht, der Kreis von seiner Selbstschnittstelle des Anfangs und Endes zu einem Selbst verkörpert wird, besitzt der Kreis über sein Selbst eine Seele. Denn es findet ja ein Lauf von Anfang bis Ende des Kreises statt, welcher vom Selbst vergegenständlicht wird. Die von Anfang bis Ende währende Schöpfung besteht somit als Seele ihres schnittpunktuellen Selbst. Von daher ist die Natur grundsätzlich als evolutives Ganzes beseelt. Dabei hat das einzelne Lebewesen in einer evolutiven von 0 bis 100 % reichenden Seelenskala entsprechend seinem biologischen Entwicklungsstand oder Artenstatus eine anfangsgemäß primitive Einheits- oder aber endgemäß komplexe Individualseele. Während noch im Tierreich die aus der Psychologie bekannte Gruppenseele mit geringem Individualunterschied vorherrscht, besitzt das menschliche Individuum dank seiner neuronalen Potenz sofort die am höchsten dimensionierte Individualseele. Mit ihr als ein anlagegemäßes Fundament ist sodann der volle Zugriff auf das je eigene Leben und Schicksal verwirklichbares Programm. Die nun mit der geistseelischen Fähigkeit einhergehende Wahlfreiheit - entsprechend dem Wunsch und Willen - ist deswegen gemessen an der Verwirklichung des von der Evolution vorgegebenen Programms entweder Segen oder Fluch.

Wir können nunmehr davon ausgehen, dass bei der Bewertung der Chancengleichheit des menschlichen Individuums hinsichtlich der Verwirklichung seiner geistseelischen Anlage, keinerlei Unterschiede vorhanden sind. Es ist hier wie mit dem sattsam bekannten Beispiel eines großen Messers. Das kann sowohl zum Brotschneiden als auch zum Töten gebraucht werden. Alles, aber auch absolut alles kann sowohl Segen als auch Fluch sein. Das prinzipiell auf Polarität beruhende Dasein findet sich zugleich im Kleinsten wie im Größten. Keiner hat deshalb gleich von vornherein die Weisheit dies zu durchschauen und das programmatisch Richtige zu tun. Wir fangen deswegen alle sozusagen immer bei Null an, und versagen zunächst in der geistseelischen Anforderung  unserer Anlage, indem wir leider das Falsche wählen und auch tun. Wir wären aber nicht eben dieses höchstbegabte Wesen der Schöpfung, wenn es uns nicht gelänge, im Gegenzug unser anfängliches Totalversagen in das Positive zu wenden, und so am Zeitschluss ja doch noch unserem Selbstprogramm der Seele zum Sieg verholfen zu haben.

 

 

 

 

Wahrheit und Wirklichkeit der Seele   ^

 

Ein jeder, der bereits schon einmal in einer der ganz seltenen Geistesöffnungen die Seele eines lebenden Menschen zu Gesicht bekommen hatte, der sah: Sie ist das originalgetreue funkelnd strahlende geistige und deshalb transparent wirkende Abbild der jeweiligen betreffenden Person. 

Das funkelnde Strahlen ist ein Phänomen des Unterschiedes von Licht und Finsternis. Praktisches Beispiel: Tritt man nach wochenlangem Aufenthalt etwa aus einer lichtlos finsteren Höhle ans Tageslicht, so ist man vom Licht umstrahlt geblendet. Befindet man sich aber immer nur im Tageslicht, gibt es diesen Effekt nicht. Die lichte Transparenz oder der Durchscheineffekt der Seele kommt offenbar dadurch zustande, dass sie als eine Art Verdichtung des gesamten raumzeitlichen körperlichen Lebens eine infolgedessen überzeitliche Gestalt bildet. Ungefähr vergleichbar mit einer Sammellinse, welche sämtliche einfallenden und für sich selbst genommen unsichtbar dunklen Lichtstrahlen im lichten Brennpunkt fokussiert. Jeder Moment unseres raumzeitlichen Lebens ist für sich selbst betrachtet dunkel, aber die Bandbreite unseres kompletten Lebens in und zu einer individuellen reflexen Wesensgestalt verdichtet, lässt sie für uns - immer nur an einem dunklen Punkt des Zeitbandes Befindliche - funkelnd erstrahlen.

Sind wir aber mit der Seele ohne Dunkelheit auf gleicher lichter Ebene, dann ist das Funkelstrahlen weg, und die Seele erscheint wie oben deutlich dargestellt (besser noch auf dem Poster - ganz unten)) als eine Art milchiger - auch nebliger oder rauchartiger - Glaskörper. Diese gesamtzeitliche Verdichtung zu einem Lichtkörper ist so der Grund, warum die Seele weder Kind noch Greis sondern immer als eine Art formaler Altersdurchschnitt dann jugendlicher Erwachsener ist. Bei der immer wieder auftauchenden Frage, welches Lebensalter wir denn in jener Ewigkeitswelt haben werden, ist somit auf dieses vom Durchschnitt geprägte Idealalter der Seele zu verweisen. Sie wird alsdann in ihrer der zeitlichen Welt entlehnten raumzeitlichen Ausdehnung zu unserer ureigensten persönlichen Welt, in welcher wir nach dem Ende der Zeitwelt zeiterfüllt vollendet als Summe unserer selbst ewig existieren können.

Eine reale Analogie zum Erscheinungsbild der Seele bietet das biogenetische Programm, das den voll entwickelten individuellen Menschen zu seinem Planziel hat. Sowohl Baby als auch Greis sind dabei nur die durch Zeiteingrenzung bedingten Anfangs- und Endmarkierungen der programmatisch voll zu entwickelnden Plangestalt.

Die Existenz der Seele steht für all diejenigen außer Frage, die ihr wie eingangs beschrieben schon einmal über eine der seltenen Geistöffnung unverhofft begegnet waren. Dadurch, dass sie als geistiges aber originalgetreues Abbild der raumzeitlichen individuellen Existenz entsprechend einmalig ist, kann es auch nach dem Tode grundsätzlich keine wie auch immer geartete Reinkarnation der Seele in einem anderen neuen raumzeitlich körperlichen Leben geben. Die bekannte fernöstliche Reinkarnation der Seele - oder auch Seelenwanderung genannt -  ist ein Produkt menschlich weitschweifender Fantasie, und hat keine reale Grundlage. Diese Idee wurde ja bereits in grauer frühmenschlicher Vorzeit aus den Unzulänglichkeiten unseres zeitlich begrenzt tödlichen Daseins geboren ( vgl. Reinkarnation ). Sie hat bis zum heutigen Tage ihre unbedarft blauäugigen Anhänger in den fernöstlichen Religionen und Heilslehren. Denn man kann die Seele nicht wie ein materielles Objekt fotografieren, um anhand einiger objektiver Fotos der Welt ihre individuelle Einmaligkeit und damit zugleich die Einmaligkeit des jeweiligen individuellen Lebens zu beweisen. Für all diejenigen, welche noch nie eine spirituelle Seelenschau erlebt hatten, bleibt bis dahin einzig die glaubende Annahme oder aber ungläubige Verwerfung entsprechender subjektiver Erfahrungsberichte. Dabei erscheint ersteres sehr viel  klüger zu sein, um nicht quasi aus allen Wolken zu fallen, mit der bitteren Erkenntnis, einmalig wertvolle Lebenszeit für eine spirituelle Selbstverwirklichung nutzlos oder gar kontraproduktiv vertan zu haben.

Aus seinem Leben etwas zu machen, das heißt in weiser Voraussicht immer, aus sich selbst etwas zu machen. Und das wiederum heißt, die eigene Seele zu Bestmöglichem zu gestalten, denn sie allein ist absolut alles was wir haben. Weil nur sie als Lebensprinzip und ein Raum und Zeit übergreifendes Bewusstsein von uns selbst, eben damit den Raum und die Zeit zu überdauern vermag.

 

 

 

 

Verhältnis der Seele zu Geist und Gott   ^

 

Die überkommenen Vorstellungen der Wanderung einer Seele von einem Körper zum nächsten, sind so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst, seit ein erster Mensch sich überhaupt eine Seele zu denken vermochte. Doch kollidiert diese These sowohl mit der Vorstellung von einem alles beherrschenden und lenkenden Gott, als auch mit der freien Selbstverantwortung des individuellen menschlichen Geistes.

Mit der Verifizierbarkeit der Seele, bzw. ihrer erlebbaren Wahrheit und Wirklichkeit durch innere Wahrnehmung oder äußerliche Sichtbarwerdung als geistige Person, ergibt sich ein direkter Hinweis auf die Existenz Gottes, als eine universale alles beherrschende geistige Überperson. Dadurch nun, dass der materielle Körper und das immaterielle Bewusstsein des Menschen zu einer Einheit verschmolzen ein geistiges Abbild von ihm entstehen lässt, das sich als eigenständiges Medium bzw. Seele erkennen lässt, die wiederum entsprechend ihrer Geistigkeit nicht der raumzeitlich materiellen Vergänglichkeit unterliegt, ist zwingend auf eine die Menschheit übergreifende universale Weltseele zu schließen. Denn wenn es einem Menschen über seine Seele gelänge, wegen ihrer grenzenlosen Geistigkeit, dann mit einer deswegen möglichen universalen Vereinheitlichung, das All in sich selbst zu installieren, so wäre dies zugleich der Anfang und das Ende der Schöpfung in einem. Und jener solchermaßen zur Weltseele Gewordene wäre daselbst Gott. Dass dies alles nicht nur graue Theorie sondern im Gegenteil die Wirklichkeit sein muss, das können wir den biblischen Überlieferungen entnehmen, in denen sich viele dazu passende Passagen finden.

Die Tatsache nun, dass die Seele nicht nur geistiges Lebensprinzip ist, sondern auch raumzeitübergreifendes Abbild des raumzeitlichen Körpers, führt uns zu der gewichtigen Frage, ob sie sich dann in einem eigenen geistigen Raum befindet. Doch ist sie nicht isoliert und separat von ihrem raumzeitlich materiellen Körper, sondern deckt sich mit ihm auf einer raumzeitlichen Ebene wohl in der Art eines elektrischen Feldes. Indem das raumzeitliche Universum auf seiner Kehrseite ohne Raum und ohne Zeit in der mysteriösen Gestalt eines alles beinhaltenden Nullpunktes besteht, und seine beiden Kehrseiten die einzige - daher "uni-versale" - Welt bilden, wird klar, dass generell kein Außerhalb des Universums gegeben sein kann. Dann befindet sich auch die Seele zu ihrer Zeit an ihrem Ort im Universum als die jeweilige Person, welche sie geistig abbildet. Mit Geburt und Tod des Menschen wird ein mit der Lebensspanne sich deckender Lebensraum abgesteckt, der als Seele dem Menschen ein todenthobenes Leben innerhalb von sich selbst in den Grenzen seiner selbst ermöglicht.

Infolge ihrer raumzeitlosen Geistigkeit ist die Seele sowohl in der Zeitwelt als auch noch nach deren Verlassen beim direkten Übertritt in die Ewigkeitswelt geistigen Einflüssen anderer Seelen ausgesetzt. Insbesondere denen, von an sich selbst gescheiterten Seelen. Entsprechend unseren Erfahrungen im Hier und Jetzt mit unserer Umwelt, welche ja in ständigem Kontakt und Austausch mit uns steht. Wir können uns all dem weder entziehen, noch wollen wir das, weil wir ja für unsere Existenz zwingend auf ein Miteinander und die Unterschiede von allem angewiesen sind. Unser aller Fortkommen und Wohlergehen hängen in jeder Hinsicht stark davon ab, dass wir auch Güter und Erfahrungen von woanders her beziehen können. Doch was als Existenzgrundlage so bitter benötigt wird, das kann auch zum Einfallstor für Bedrohungen und Angriffe werden. Da ist es ganz gewiss kein Zufall, dass in der Paradiesgeschichte sich der Angreifer tarnt und mit süßlicher Stimme und verlockenden Worten sein Opfer umgarnt, um es dann wie eine gefräßige Spinne im entscheidenden Moment der Abwehrlosigkeit zu töten und sich einzuverleiben. 

Das Fressen und Gefressenwerden vollzieht sich auch auf geistiger Ebene, und ist Grundlage der zeitweltlich auch geistigen Evolution, und damit prinzipiell sinnvoll.

Tho 060)  Da war einer aus Samarien, der ein Lamm trug und nach Judäa ging. Jesus fragte nun seine Jünger: Was will der mit dem Lamm? Sie antworteten ihm: Es schlachten und essen. Er aber entgegnete ihnen: Solange es lebt, wird er es nicht essen. Doch erst dann, wenn er es tötet, und es eine Leiche geworden ist. Und sie sagten: Anders wird er es nicht machen können! Daraufhin sprach er zu ihnen: Sucht auch ihr einen Ort, um auszuruhen, damit ihr keine Leichname werdet, und man euch verspeist! 

Wer sich nun darauf nicht einstellt, der wird gefressen, und damit bildlich gesprochen zu eben jenem brennenden Monster, von dem er gefressen wurde. Er sucht nun seinerseits verbrennend Opfer zur Löschung seines Brandes. Dabei versteht sich von selbst, dass die Seele desjenigen zu einem kranken Zerrbild seiner selbst verkommen ist.

Tho 007)  Jesus: Selig ist der Löwe, den der Mensch isst. Dadurch wird der Löwe Mensch. Aber elend ist der Mensch, den der Löwe frisst. Dadurch wird der Mensch zum Löwen

Die allgemein bekannten Graf-Drakula- und Vampirgeschichten dürften hier wohl ihren Ursprung haben. Diejenige Seele, welche sich gegen die zerstörerischen äußeren Einflüsse nicht wirksam abzuschotten sowie zu verteidigen wusste, die geht für sich selbst genommen in einem sie beherrschenden und zerstörenden Unwesen auf. Deswegen gilt es für alle die Zeit zu nutzen, und sich mit dem Glauben an Gott den Herrn ein unschlagbares Abwehrprogramm zuzulegen, um dann im für jeden kommenden alles entscheidenden Moment den Feind zurückschlagen zu können. 

Das alles muss leider so sein und macht Sinn, weil das Dasein ein kreisförmig in sich geschlossenes System ist, das deswegen zwingend auf Polarität angewiesen ist. An dieser Polarität hat jeder teil, und zu dieser Polarität hat jeder beizutragen. Dabei liegt es ergo in der Hand eines jeden, sich für diese oder die Gegenseite zu entscheiden, um ein lebender Toter (satanisches Zeitwesen) oder ein toter Lebendiger (göttliches Ewigkeitswesen) zu sein.

 

 

 

 

Funktion und Aufgabe der Seele   ^

 

Die bereits schon vorgenannte Tatsache, dass ja unsere Seele nicht nur ein geistiges Lebensprinzip ist, sondern auch raumzeitübergreifendes Abbild des raumzeitlichen Körpers, führt uns nun zu ihrer Funktion und Aufgabe. Mit einer Aussage etwa wie "die Unsterblichkeit zu sichern" ist es natürlich nicht getan, solange nicht gleichzeitig klar ist, wie, wo und in welcher Weise die Unsterblichkeit zu leben wäre. Wir kennen zunächst immer nur unser raumzeitliches Dasein im materiellen Leib, und wissen so instinktiv, dass dank unserer enormen geistigen Fähigkeiten jede andere denkbare Daseinsform nicht besser sein kann, sondern ganz im Gegenteil schlechter sein muss. Natürlich immer vorausgesetzt, wir sind rundum gesund und zufrieden mit uns, und uns geht es auch sonst in jeder Hinsicht gut. Dass alles noch sehr viel besser sein kann als es ist, ist auch jedem klar, indem das Streben nach dem Glück in einer nach oben offenen Skala nie zur Ruhe kommen kann. Und die Erlangung des höchsten erlebbaren Glücks - das weiß man inzwischen sehr genau -  führt unmittelbar zum Herzstillstand, sodass davor zu warnen wäre.

Geht man von der Unsterblichkeit der Seele aus, weil sie in ihrem raumzeitlichen Übergriff nicht den raumzeitlichen Bedingungen des Werdens und Vergehens ausgesetzt ist, dann muss ihre Aufgabe die Selbstvollendung sein. Dafür kann sie sich ihren raumzeitlichen Wandel im sterblichen Körper zunutze machen. So ist nicht schwer zu verstehen, dass für eine menschliche Einzelseele die Selbstvollendung nur in einer das All spiegelnden Vereinheitlichung liegen kann. Denn damit wird sie zur ureigensten personalen Welt oder zum individuellen Universum. Diese neu entstandene Privatwelt ist nur noch durch eine Untreue der Seele sich selbst gegenüber zu zerstören. Das wäre insoweit möglich, wenn sie nach Ableben des raumzeitlichen Leibes einem fremden nicht sich selbst zugehörigen Impuls folgen würde. Der würde dann einen sich potenzierenden Zerstörungsprozess in Gang setzen, an dessen Ende die neu entstandene Welt sogleich wieder am eigenen Unvermögen einer mangelnden Selbst- und Fremdunterscheidung gescheitert und untergegangen wäre. Gewissermaßen einmal einen satanisch tödlichen Virus eingefangen, beginnt dann das grausame Zerstörungswerk unaufhaltsam rasch bis zur völligen Auflösung als endgültiger und zu lebender Tod. 

(Biblische Entsprechungen: = lebender Toter, = satanisches Zeitwesen. / Gegensatz: = toter Lebendiger, = Auferstehung, = göttliches Ewigkeitswesen.)

Die Paradiesgeschichte symbolisiert einen solchen Fall; oder auch christliche Überlieferungen, dass die Seele nach dem Tod des Leibes nicht unangreifbar ist, bzw. ihre Lebensqualität bis auf einen kläglichen minimalen Restbestand vernichtet werden kann. Wenn es also in Bibelversen da und dort heißt, dass es darauf ankommen muss die Seele lebendig oder am Leben zu erhalten, dann darf die Seele unmittelbar nach dem Tod des zeitlichen Leibes nur sich selbst und keinesfalls einem fremden Impuls (Satan) folgen. Das schafft allerdings nur die Seele, welche während ihrer raumzeitlichen Lebensdauer "selbst und fremd" zu unterscheiden gelernt hatte. Dabei stand Gott für selbst, und Satan für fremd. Einzigst zusammen mit Gottes Geist gelingt in Raum und Zeit die Erkenntnis des eigenen Selbst, mit der man wiederum nach Ableben des Leibes das fremde Nichtselbst bzw. Satan zu erkennen, zu unterscheiden, und erfolgreich abzuweisen vermag.

Die geistige Vergegenständlichung des Lebenslaufes - zu einer entsprechend individuellen Wesensgestalt als Seele - bedeutet, dass die Seele als eine Art überzeitliches Speichermedium funktioniert. Alles was in ihr zu Lebzeiten an direkt die Person betreffenden Geschehnissen und Ergebnissen abgespeichert worden war, das bildet die je eigene Welt als ihr verfügbares Potenzial. Mit ihm kann sich der Mensch in der Ewigkeit entsprechend einrichten. Sozusagen der Daten- und Programmbestand bildet seinen ureigensten Lebensraum, in dem er sich zu bewegen vermag. Himmel und Hölle sind dann keine befohlenen Zuweisungen Gottes, sondern eben das Endergebnis eines klug oder einfältig gelenkten selbstverantwortlichen Lebenslaufes. Vergleichbar in etwa mit dem Unterschied in der Lebensführung eines gesunden und darum erfolgreichen Sportlers zu einem kranken und darum erfolglosen Süchtigen. Wenn man also weiß, welche Funktion die Seele ausübt, dann ist auch klar, was deren Aufgabe sein muss. Zunächst ist es aber die Aufgabe jedes Einzelnen, sein Leben positiv anzugehen, sowie aus seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten das Beste zu machen. Das schließt naturgemäß ein Streben nach existenzieller Wahrheit und Erkenntnis mit ein, sodass sich eine entsprechende spirituelle Entwicklung vollziehen kann. In der Begegnung mit Gott dem HERRN ist schließlich jener Höhepunkt erreicht, woraus Person und Seele ihre Vollendung zur Vollkommenheit zu ziehen vermochten.

 

 

 

 

Bedeutung der Seele in der Bibel   ^

 

In der Bibel nimmt die Seele naturgemäß den wichtigsten Stellenwert bei der Existenz des Menschen ein. Dabei ergeben sich aus den Texten für das aus der Sicht des Herrn erforderliche Verständnis der Seele zwölf nachstehend aufgezählte Gesichtspunkte. Einzig in einer solch umfassenden Darlegung lässt sich das Spektrum des Verkündeten erschließen. Ansonsten wären fatale Missdeutungen und Verkürzungen unvermeidlich. Nach jedem der biblischen Aspekte erfolgt daher zum besseren Verstehen ein kurzer Kommentar.

 

 

 

 

01. Alles tierische Leben ist beseelt   ^

 

1Mo 1,30 aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was auf Erden kriecht, allem, was eine lebendige Seele hat, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah also.
1Mo 9,4 Nur esset das Fleisch nicht, während seine Seele, sein Blut, noch in ihm ist!
1Mo 9,5 Für euer Blut aber, für eure Seelen, will ich Rechenschaft fordern, von der Hand aller Tiere will ich sie fordern und von des Menschen Hand, von seines Bruders Hand will ich des Menschen Seele fordern.
3Mo 17,11 denn die Seele des Fleisches ist im Blut, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühne zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühne erwirkt durch die [in ihm wohnende] Seele.
3Mo 17,12 Darum habe ich den Kindern Israel gesagt: Keine Seele unter euch soll Blut essen; auch kein Fremdling unter euch soll Blut essen.
3Mo 17,14 denn alles Fleisches Seele ist sein Blut; es ist mit seiner Seele verbunden. Darum habe ich den Kindern Israel gesagt: Ihr sollt keines Fleisches Blut essen; denn alles Fleisches Seele ist sein Blut. Wer es aber isst, der soll ausgerottet werden.

Mit den vorstehenden Versen wird klargestellt, dass alles tierische Leben beseelt ist. Als Kennzeichen dafür dient hier das zirkulierende Blut, insoweit ohne Blutkreislauf kein organisches Leben möglich ist. Und indem das Blut zum Symbol des Lebens erhoben wird, das Leben selbst als höchst verehrungswürdige Beseeltheit gilt, werden Blut und Beseeltheit aneinander gekoppelt. Da nun diese ungegenständliche Beseeltheit zu ehren ist, kann dies nur dadurch geleistet werden, dass man sich allem Fleisch und Blut enthaltend vegetarisch ernährt. Insbesondere jedoch sind Blut und Blutprodukte strikt tabu, um allem Lebendigen den gebührenden Respekt zu zollen.

Die Seele in Verbindung mit dem Blut hat hier die Bedeutung von tierischer Beseeltheit, im Unterschied zur Seele des Menschen, dessen Seele durch die quasi programmatische Selbsteinhauchung Gottes, eben gottebenbildliche geistige Person ist. Um der Aufgabe und Verantwortung sich selbst gegenüber als einer gottebenbildlichen geistigen Person gerecht werden zu können, ist die Einhaltung des Blut-Tabus ein erster und wichtiger Schritt.

 

 

 

 

02. Des Menschen Seele ist gottebenbildlich   ^

 

1Mo 2,7 Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und also ward der Mensch eine lebendige Seele.

Durch Gottes persönliche Atemeinhauchung (Symbol für die Ebenbildlichkeit) nimmt der Mensch in der Schöpfung eine vom Tierreich abgehobene Sonderstellung ein. Denn mit der Atemübertragung wird ja eine Seelenübertragung symbolisiert. Und indem immer nur ein Luft benötigendes Geschöpf dieses Planeten Erde atmen kann, ist mit Gottes Atem zugleich ausgesagt, dass es sich demzufolge beim Herrn um einen Schöpfer-Menschen handelt. Weil also der andere (geschöpfliche) Mensch seine Seele direkt vom Schöpfer-Menschen erhielt, ergibt es sich, dass wenn der Mensch gottebenbildlich ist, dann umgekehrt Gott auch menschenebenbildlich sein muss, was einen Kreislauf mit geschöpflichem Anfang und schöpferischem Ende anzeigt. Dass dies die richtigen Schlussfolgerungen sind, zeigen die nachstehenden Verse über die Seele des Herrn.

 

 

 

 

03. Auch der Herr besitzt eine Seele   ^

 

3Mo 26,11 Ich will meine Wohnung unter euch haben, und meine Seele soll euch nicht verwerfen:
3Mo 26,30 Und ich will eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen abhauen und eure Leichname auf die Leichname eurer Götzen werfen, und meine Seele wird euch verabscheuen.
1Sam 1,26 Und sie sprach: Ach, mein Herr, so wahr deine Seele lebt; mein Herr, ich bin das Weib, das hier bei dir stand und den HERRN bat.
Jer 5,9 Sollte ich solches ungestraft lassen, spricht der HERR, und sollte sich meine Seele an einem solchen Volke nicht rächen?
Jer 5,29 Sollte ich solches ungestraft lassen? spricht der HERR. Sollte sich meine Seele an einem solchen Volke nicht rächen?
Jer 6,8 Las dich warnen, Jerusalem, damit sich meine Seele nicht ganz von dir entfremde, dass ich dich nicht zur Wüste mache, zu einem unbewohnten Lande!
Je 9,8 Sollte ich sie um dergleichen Dinge willen nicht strafen? spricht der HERR. Und sollte sich meine Seele an einem solchen Volke nicht rächen?
Spr 3,22 Sie werden deiner Seele zum Leben dienen und zum Schmuck deinem Hals.
Spr 6,16 Diese sechs [Stücke] hasst der HERR, und sieben sind seiner Seele ein Gräuel:
Jes 42,1 Siehe, das ist mein Knecht, auf den ich mich verlassen kann, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Völkern hinaustragen.
Mt 12,18 «Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Heiden das Recht verkündigen.

Die Seele steht wie schon beim Menschen auch hier beim Herrn für die geistige Person. Und damit, dass ja die Seele ein gelebtes Leben bzw. einen Lebenslauf verkörpert, ist auch von diesem Merkmal her klar, dass es sich beim Herrn dem allmächtigen Gott um eben den zentralen für die Menschheit insgesamt stehenden Menschen handeln muss. Zu verstehen ist dies alles nur, wenn man sich stets vergegenwärtigt, dass die Schöpfung zu einem zeitlichen Kreis besteht, worin sein Anfang und Ende in einer dann überzeitlichen Schnittstelle zusammenfallen, dem in der Genesis so genannten Garten Eden. Das universale Selbst ist dann als Adam einerseits sowohl anfangsgemäß erstes sündiges Kindgeschöpf als auch andererseits endgemäß letzter sündlos heiliger Schöpfervater in einem, gemäß der Einheit allen Daseins zu einem Einzigen und Ganzen.

 

 

 

 

04. Alle Seelen gehören dem Herrn   ^

 

1Mo 32,31 Jakob aber nannte den Ort Pniel; denn er sprach: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet worden!
3Mo 19,28 Ihr sollt keine Einschnitte an eurem Leibe machen für eine [abgeschiedene] Seele und sollt euch nicht tätowieren! Ich bin der HERR.
Hes 18,4 Seht, alle Seelen sind mein! Wie die Seele des Vaters mein ist, also ist auch die Seele des Sohnes mein. Die Seele, welche sündigt, soll sterben!
Hes 18,20 Die Seele, welche sündigt, die soll sterben! Der Sohn soll nicht die Missetat des Vaters mittragen, und der Vater soll nicht die Missetat des Sohnes mittragen! Auf dem Gerechten sei seine Gerechtigkeit, und auf dem Gottlosen sei seine Gottlosigkeit!


Dass alle Seelen dem Herrn gehören, ergibt sich entsprechend der Einheit allen Daseins im das All verkörpernden Herrn und Gott. Dieser Einheit allen Seins hat sich naturgemäß alles Seiende willig anzuschließen und zu fügen. Wer sich jedoch dem alles verkörpernden Herrn verschließt, beraubt sich so seiner Daseinsgrundlage, und hat sich damit selbst dem Tode preisgegeben. In seiner Gottebenbildlichkeit hat jeder Mensch das Recht und die Pflicht über sich selbst und damit über das Leben seiner Seele zu entscheiden. Die alles entscheidende Ursünde ist aufgrund dessen die Abkehr von der Daseinsgrundlage, mit der die Seele notwendigerweise ihr Leben einbüßt.

 

 

 

 

05. Die Seele ist am Leben zu erhalten   ^

 

1Mo 19,17 Und als sie dieselben hinausgeführt hatten, sprach er: Errette deine Seele und siehe nicht hinter dich; stehe auch nicht still in dieser ganzen Umgegend! Auf den Berg rette dich, dass du nicht weggerafft werdest!
1Mo 19,19 Siehe doch, dein Knecht hat vor deinen Augen Gnade gefunden, und du hast mir große Barmherzigkeit erwiesen, dass du meine Seele am Leben erhieltest. Aber auf den Berg kann ich mich nicht retten; das Unglück könnte mich ereilen, dass ich stürbe!
1Mo 19,20 Siehe, jene Stadt ist so nahe, dass ich dahin fliehen könnte; und sie ist klein. Ach, las mich dahin fliehen! Ist sie nicht eine kleine Stadt? Nur dass meine Seele lebendig bleibe!
 

Hes 18,27 Wenn aber der Gottlose sich abwendet von seiner Gottlosigkeit, die er begangen hat, und tut, was recht und billig ist, so wird er seine Seele am Leben erhalten.

Insoweit unser zeitliches Leben ein in jeder Hinsicht stattfindender Wandlungs- und Entwicklungsprozess ist, spiegelt die alles speichernde Seele diesen Prozess wider. Und dadurch, dass mit dem Tode die persönliche Bilanz fällig sein muss, ob die Seele ihren Prozess für ihre Gottebenbildlichkeit nutzen konnte oder nicht, ist am jeweiligen Lebensende eine alles klärende Grund- oder auch Urentscheidung der Seele erforderlich. 

Zu wählen hat sie in der gerichtlichen Konfrontation mit dem Herrn (als dem universalen Selbst) das Leben oder aber den Tod anhand einer positiven Öffnung oder aber negativen Verschließung. Wer sich dem überzeitlichen Anruf des Herrn verschließt, verliert damit naturgemäß sein Seelenheil als das Leben in Ewigkeit. Wer sich ihm jedoch öffnet, der kann seine Seele auf ewig am Leben erhalten. Denn damit genügt man seiner urgegebenen Gottebenbildlichkeit. Sie besteht ergo darin, dass man durch die eigene öffnende Wahlentscheidung dafür sorgt, seine Seele lebendig zu halten. Wer nun diese Urentscheidung in die Hände Gottes legen will, versagt deshalb in seiner Gottebenbildlichkeit und ist damit des Todes. Denn Gott ist derjenige, welcher seine Seele durch sich selbst - durch eben seine öffnende Entscheidung - ohne irgend eine fremde Hilfe am Leben erhalten kann. Gott der Herr richtet also nicht etwa selbst, sondern ermöglicht lediglich mit seinem überzeitlichen Anruf an die Zeitwelt die darin je eigene Urentscheidung über Leben und Tod, wie es die Gottebenbildlichkeit verlangt. 

 

 

 

 

06. Die Seele ist mehr als der Leib und besitzt Eigenständigkeit   ^

 

1Mo 27,19 Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener; ich habe so getan, wie du mir gesagt hast. Stehe auf, setze dich und iss von meinem Wildbret, dass mich deine Seele segne!
1Mo 27,25 Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, von deinem Wildbret zu essen, dass dich meine Seele segne! Da brachte er es ihm, und er aß; er reichte ihm auch Wein, und er trank.
1Mo 27,31 Der machte auch ein schmackhaftes Essen und trug es zu seinem Vater hinein und sprach zu ihm: Steh auf, mein Vater, und iss von dem Wildbret deines Sohnes, dass mich deine Seele segne!

Die Tatsache, dass wir in einen überprüfenden Abstand zu uns selbst zu treten vermögen, weist darauf hin, dass mit dem Gewissen eine unabhängige seelische Instanz tätig wird. Dabei geht es im Extremfall nicht nur um eine simple Handlung, sondern um eine radikal andere persönliche Ausrichtung, mit der man seinem Leben eine Wendung um 180 Grad geben kann. Mit einem allzeit wachen Gewissen können wir daher uns unserer Seele getrost anvertrauen. Wenn wir einmal wieder viel zu wenig selbstkritisch sind, bringt sich unsere Seele über unser Gewissen in Erinnerung, z.B. um Defizite aufzuarbeiten. Was uns unsere Seele zu tun aufgibt, das setzen wir in der Regel auch in die Tat um, sodass es also die Seele ist, die unbewusst für uns alle wichtigen Entscheidungen trifft. Dementsprechend wird in den Bibelversen die Seele als die eigentliche Person angesprochen.

 

 

 

 

07. Die Seele ist Lebensprinzip und Lebenslauf   ^

 

1Mo 35,18 Als ihr aber die Seele entschwand, weil sie am Sterben war, nannte sie seinen Namen Benoni; sein Vater aber nannte ihn Benjamin.
1Kö 17,21 Und er streckte sich dreimal über das Kind aus und rief den HERRN an und sprach: HERR, mein Gott, las doch die Seele dieses Kindes wieder in dasselbe zurückkehren!
1Kö 17,22 Und der HERR erhörte die Stimme des Elia. Und die Seele des Kindes kam wieder in dasselbe, und es ward lebendig.
Hi 11,20 Aber die Augen der Gottlosen verschmachten, ihre Zuflucht geht ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist das Aushauchen der Seele.
Ps 88,4 denn meine Seele ist der Leiden satt, und mein Lebenslauf neigt sich dem Totenreiche zu.
Jer 15,9 Die, welche sieben Kinder geboren hat, ist verwelkt; sie hauchte ihre Seele aus; ihre Sonne ist noch bei Tage untergegangen; sie ist zuschanden und schamrot geworden. Was von ihnen übrig ist, will ich vor ihren Feinden dem Schwerte preisgeben, spricht der HERR.

Der Mensch haucht seine Seele aus und stirbt. Das heißt, dass indem sich die Seele - aus welchen Gründen auch immer - von ihrem zeitlichen Körper trennt, der hintergründig wirkende Impulsgeber für die Atmungsaktivität entfällt, wodurch alsdann der Tod nach wenigen Minuten mit einem Erlöschungsübergang von weiteren wenigen Minuten eintritt. Die atmungseinstellende Aushauchung der Seele lässt wiederum direkt auf die Einhauchung der Seele schließen, welche ja unmittelbar nach dem Geburtsvorgang mit dem ersten selbsttätig eigenen Atemzug sich ereignet. Seelenein- und -aushauchung markieren somit Lebensanfang und Lebensende der Person, weshalb die menschliche Seele auf diese zwischenliegende Zeitspanne begrenzt ist, und den jeweiligen Lebenslauf zu einer überzeitlich eigenständigen geistigen Person vergegenständlicht.

 

 

 

 

08. Gott verlangt für sich den Einsatz der Seele   ^

 

5Mo 4,29 Wenn du aber daselbst den HERRN, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, ja wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst.
5Mo 6,5 Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit aller deiner Kraft!
5Mo 10,12 Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir, denn dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebest und dem HERRN, deinem Gott, dienest mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele,
5Mo 11,13 Werdet ihr nun meinen Geboten fleißig gehorchen, die ich euch heute gebiete, dass ihr den HERRN, euren Gott, liebet und ihm mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele dienet,

Indem die Lebenslauf vergegenständlichende Seele die eigentliche, Herz seiende Person im Menschen ist, genügt es Gott dem Herrn nicht, mal da oder mal dort vom Menschen bedacht zu werden. Nur die Seele - als das direkt von ihm stammende Lebensprinzip - ist in der Lage den Kontakt zu ihrem Ursprungsort  bzw. Gott wiederherzustellen. Deswegen muss es des Menschen Seele sein, über die der Herr auf das Leben und Schicksal der jeweiligen Person Einfluss zu nehmen vermag. Wer sich also mit seiner Seele im Einklang befindet, der ist es dann zumeist auch mit Gott, und hat den Herrn zum Kern seiner Seele, als seinem zusätzlichen ständigen unsichtbaren Begleiter.

 

 

 

 

09. Man kann an seiner Seele arbeiten und sie opfern   ^

 

Jes 53,11 An der Arbeit seiner Seele wird er sich satt sehen; durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Schulden wird er auf sich nehmen.
Jes 53,12 Darum will ich ihm unter den Großen seinen Anteil geben, und er soll Starke zum Raube erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tode preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünden vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat!

Wenn man sich zu einem personalen Umbau an sich selbst entschließt, um so z.B. aus einem unreifen gewissenlos leichtsinnigen Typen einen verantwortungsbewusst reifen Moralisten zu machen, dann geht das nicht ohne Arbeit an der Seele. Zum Beispiel gibt da eine spirituelle Bekehrung dem Lebenslauf eine neue andere Richtung, was direkten Einfluss auf die den Lebenslauf vergegenständlichende Seele nimmt. Nach dem allzeit gültigen Prinzip von Ursache und Wirkung wird dabei ein wechselwirkender Prozess in Gang gesetzt, der um beim Bekehrungsbeispiel zu bleiben, die Seele Gott dem Herrn Stückchen für Stückchen etwas näher bringt. Dadurch wiederum gerät die Seele vermehrt in den ebenfalls wechselwirkenden Einflussbereich des Herrn, sodass insgesamt eine tiefgreifende seelische Veränderung der Person stattfinden wird. Höhepunkt einer solchen Entwicklung wäre schließlich die widmende Opferung der eigenen Seele an die bedürftige Allgemeinheit. Indem Gott das Universum in Person ist, diente damit die Seelenhingabe seinem Selbst- und Schöpferinteresse, was dann den Betreffenden adelnd bildlich gesprochen sozusagen als Knecht Gottes zum Ritter Gottes schlagen würde.

 

 

 

 

10. Der zeitliche Leib ist an die Seele gebunden, aber nicht die überzeitliche Seele an den Leib   ^

 

Mt 10,28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen, fürchtet vielmehr den, welcher Seele und Leib verderben kann in der Hölle.
Mt 16,25 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie finden.
Mt 16,26 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, büßte aber seine Seele ein? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?
Mk 8,35 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten.
Mk 8,36 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und büßte seine Seele ein?
Mk 8,37 Oder was will ein Mensch zum Lösegeld seiner Seele geben?
Lk 9,24 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie retten.
Lk 17,33 Wer seine Seele zu erhalten sucht, der wird sie verlieren, und wer sie verliert, der wird ihr zum Leben verhelfen.
Joh 12,25 Wer seine Seele liebt, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele in dieser Welt hasst, wird sie zum ewigen Leben bewahren.

Indem die Seele Lebens- und Belebungsprinzip ist, ist sie von Raum und Zeit und damit von eben dem raumzeitlichen Leib unabhängig. Gleichwohl vergegenständlicht sie den raumzeitlichen Verlauf des Leibes von dessen Geburt bis zu dessen Tod. Dadurch wird sie nach modernen Computerbegriffen zu einem selbsttätigen Backup-Programm, dessen Aufgabe es ist, die fortlaufend gelieferten Daten simultan abzuspeichern. Ein solches Programm ist zugeschnitten und abhängig von seiner Daten liefernden Hardware, indem es nur auf ihr läuft. Geht die Hardware kaputt, sind natürlich auch alle Daten und das Programm ebenfalls futsch. Doch kann ein solcher Fall dann nicht eintreten, wenn bereits vorher schon die Hardware in das Programm integriert wurde, sodass sie zentraler Bestandteil des damit unabhängig gewordenen Programms ist. Dann kann die Software ihre Hardware jederzeit aus sich selbst heraus z.B. bei Verlust ersetzten, oder bei auftretenden Fehlern erneuern. Möglich ist sowas nur, wenn es die Materie (Hardware) an sich nicht gibt, und Geist und Seele (Software) das Primäre im Sein sind, wie es schon der einstige Kernphysiker Max Planck erkannt hatte

Die Integrierung der Hardware in das Programm ist darum vordringlichstes raumzeitliches Erfordernis von Mensch und Seele. Ohne solchen Vollzug versinkt die an sich unsterbliche Seele beim Tod des Leibes gewissermaßen in das Nichts - salopp: Nirwana -, insofern mit dem Tod des Leibes die Seele ihren Wirkungsbereich verliert, bzw. das an sich unvergängliche Programm samt allen Daten seine mit dem Hinscheiden der Hardware gegebene Ausführbarkeit.

Wie nun sozusagen die Hardware in ihr Backup-Programm zu integrieren ist, das war Teil der Verkündigung Jesu. Und zwar geht es darum, dass sich zunächst die Hardware (Leib) von ihrem Programm (Seele) abkoppelt, damit nicht nur diejenigen von der Hardware gelieferten Daten in das Programm geschrieben werden können, sondern die Hardware selbst Programmteil wird in ihrer durch die Abkoppelung vom Programm ermöglichten Selbstspiegelung, als ein hierdurch erzeugter alles übergreifender Datensatz, siehe Jesus:

Tho 070  Jesus: Was ihr in euch erzeugt, das wird euch, wenn ihr es habt, retten. Was ihr nicht in euch erzeugt, das wird euch - wenn ihr es nicht habt - umbringen.

Der Mensch hat also zwingend entweder noch zu Lebzeiten oder bei Ableben im Anruf Gottes seine Seele an ihn hinzugeben. Dadurch wird ihr über den universalen Herrn ein Abstand zu sich selbst ermöglicht, worin sie ihren Leib zum künftigen Zentrum ihrer selbst in sich aufzunehmen vermag. Erst dieser Akt beschert dem zeitlichen Menschen (als angreifbare Seele) und der überzeitlichen Seele (als dann unangreifbaren Menschen) eine solchermaßen gezeugte universale Selbstpartnerschaft in Ewigkeit.

 

 

 

 

11. Mit der Vollendung seiner Seele erlangt der Mensch die Allmacht   ^

 

Apg 2,27  denn du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.
Apg 2,31  hat er in dieser Voraussicht von der Auferstehung Christi geredet, dass seine Seele nicht im Totenreich gelassen werde, noch sein Fleisch die Verwesung sehe.
1Kor 15,45  So steht auch geschrieben: Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele; der letzte Adam zu einem lebendigmachenden Geiste.

Die Vollendung der Seele besteht in der sich selbst opfernden Weggabe an den Herrn, um sie dadurch von ihm neu zurückerhalten zu können. Damit wurde sozusagen die Hardware in die Software aufgenommen, was erst die echte Unsterblichkeit von Mensch und Seele bedeutet. 

Der letzte Adam ist nun eben derjenige Mensch, dem genau dies gelang, der sich damit nicht nur selbst am Leben erhalten hat, sondern auch sonst alles zum Leben erwecken kann, wonach ihm der Sinn steht. Die Macht über das Leben und den Tod durch das schöpferische Wort ist erkennbar das Merkmal für die göttliche Allmacht schlechthin. Gott der Herr ist entsprechend seiner Selbstbekundungen der Erste und der Letzte, und somit in einem Kreislauf zu zwei sich schneidenden Enden als erster Adam sein Geschöpf und letzter Adam sein Schöpfer in einer alles - das All -  umfangenden universalen Person. In ihm allein beginnt alles unvollendet, und in ihm allein endet auch wieder alles vollendet, wie es in der unaufbrechbaren Einheit allen Seins bzw. der Person Gottes nicht anders möglich sein kann.